Bauma – Bauer Maßstabfabrik – ist auf dem Weg zum Weltmarktführer: Die Firma produziert jedes Jahr neun bis zehn Millionen Maßstäbe. Und es sollen noch deutlich mehr werden. Selbstverständlich in der gewohnten Vielseitigkeit und Qualität. Wie Bauma das alles schaffen will und sich trotzdem treu bleibt, verrät Geschäftsführer Philipp Bauer.

Herr Bauer, Sie produzieren etwas, das viele andere auch herstellen: Maßstäbe kann doch eigentlich jeder, oder?

Na, das geht ja gut los… (lacht). Aber im Ernst: Natürlich gibt es andere Firmen, die auch Maßstäbe fertigen. Aber nicht in dieser Vielfalt und Qualität wie wir. Wir sind nicht ohne Grund auf dem Weg zum Weltmarktführer.

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Was ist ein Zollstock und wofür wird er eingesetzt?

Wir sind innovativer, individueller und kundenfreundlicher als unserer Konkurrenten. Bauma hat weltweit die größte Palette an Maßstäben in Holz oder Kunststoff. Und wir bieten unsere Maßstäbe in 22 Grundfarben an. Sogar schon in Kleinstmengen ab z.B. 200 Stück. Bei ca. 2500 Stück bekommen Sie sogar bereits Ihre Wunschlackierung.

Soweit zu innovativ und individuell. Aber wie steht´s mit der angekündigten Kundenfreundlichkeit?

Die Kombination aus beidem macht´s! Wir bieten unseren Kunden individuell gestaltete Produkte, aber gleichzeitig auch eine individuelle Beratung. Wir betreuen unsere Kunden rundum, 360 Grad. Dafür nehmen wir uns viel Zeit und versuchen, auch einmal das Unmögliche möglich zu machen.

Was zum Beispiel?

Wenn einer unserer langjährigen Kunden es nicht mehr geschafft hat, vor einer wichtigen Messe rechtzeitig zu bestellen. Dann sagen wir nicht „Pech gehabt!“. Sondern tun alles, um seinen Not-Auftrag noch irgendwie dazwischen zu schieben. Wir lassen unsere Kunden nicht im Stich! Auch wenn solche Eil-Bestellungen angesichts unseres Auftragsvolumens gar nicht so einfach sind. Bauma produziert schließlich jetzt schon jedes Jahr 9 bis 10 Millionen Maßstäbe. In den nächsten Jahren wollen wir diese Zahl sogar noch um 4 bis 5 Millionen steigern.

Maßstäbe sind das, was Bauma bekannt gemacht hat. Sind sie auch weiterhin Ihr wichtigstes Produkt?

Eindeutig. Mit großem Abstand. Die Maßstäbe machen 50 bis 60 Prozent unseres Umsatzes aus. Allen voran unser Bestseller, der patentierte B400 für Profis – hier rastet der Winkel-Stahl-Beschlag bei exakt 90 Grad ein. Allein von diesem Modell verkaufen wir mehr als jeden zweiten Maßstab. Handwerker in aller Welt lieben den B400! Sehr zufrieden sind wir aber auch mit unseren Cuttermessern, das ist gerade ein echter Wachstumsmarkt.

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Mit wie vielen Mitarbeitern schaffen Sie das alles? Wieviel ist Handarbeit, was erledigen Maschinen?

In unserem Stammwerk in Laufen haben wir aktuell etwa 80 Beschäftigte. Von denen arbeiten 20 im kaufmännischen Bereich, 60 in der Produktion. Wir brauchen dafür auch so viele Mitarbeiter, weil es gar nicht so leicht ist, einen qualitativ hochwertigen Maßstab herzustellen: Da schiebt man nicht einfach einen Baumstamm in die Maschine und am Ende kommen die fertigen Stäbe ´raus…

Sondern?

Da ist immer noch erstaunlich viel Handarbeit dabei. Das wird auch so bleiben. Unsere knapp 40 Maschinen erledigen zwar das Zuschneiden, die Montage, das Färben, Bedrucken etc. Aber all das müssen Menschen veranlassen und überwachen. Sie füttern die Spezialmaschinen mit Stäben und kontrollieren, ob Farben, Beschläge, Abschlusskappen, Vernietungen, Werbeaufdrucke stimmen. Dafür müssen sie die Maßstäbe immer wieder in die Hand nehmen.

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Wie minimieren Sie dieses Risiko?

Natürlich läuft auch mal was schief. Aber unsere Fehlerquote ist erfreulich niedrig. Das verdanken wir zum einen unseren aufmerksamen und hoch qualifizierten Mitarbeitern. Und zum anderen unseren lasergesteuerten High-Tech-Maschinen: Die merken nämlich sofort, wenn etwas nicht stimmt – also wenn der Mitarbeiter z.B. einen Maßstab in den falschen Maschinenschacht schiebt. Aber selbst wenn kleine Fehler passieren, bekommen unsere Kunden davon nichts mit – diese wenigen Fehlstücke landen sofort in der Mülltonne….

… schade um das schöne Holz…

… stimmt. Aber was nützt es, wenn der Aufdruck nicht stimmt oder doppelt genietet wurde? Da sind wir extrem pingelig. Auch wenn es sehr schwer ist, die Farb-Nuancen immer hundertprozentig zu treffen. Eine Sonderfarbe sieht nun mal in einem Hochglanz-Katalog ein klein wenig anders aus als auf einem Naturprodukt wie Holz.

Bei so viel Genauigkeit: Könnte man sagen, Bauma ist das „Maß aller Dinge“?

Damit tue ich mich schwer. Auch wenn wir zur Spitze zählen und die Kunden immer wieder unsere Top-Leistung sowie unsere individuelle Beratung loben. Trotzdem werden wir ganz sicher nicht überheblich. Uns ist der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Wir sind so bodenständig geblieben wie wir es immer waren. So wie zu den Zeiten meines Vaters und meines Großvaters. Sagen wir´s also lieber so: Wir heben uns positiv ab!

Apropos „positiv“: Was funktioniert gerade besonders gut, was weniger gut?

Unser größtes Problem sind aktuell die vielen Aufträge…

… aber das ist doch kein Problem!

Doch, wenn auch ein zugegebenermaßen erstrebenswertes. Ein Unternehmer muss immer zwei Herausforderungen bewältigen. Erstens: Arbeit beschaffen. Zweitens: Diese Arbeit bewältigen.

Natürlich freuen wir uns über jeden einzelnen Auftrag – ob klein oder groß. Aber wir haben derzeit so gut zu tun, dass es an vielen Ecken und Enden klemmt. Wenn dann auch noch Mitarbeiter ausfallen, ist es wirklich herausfordernd, so zuverlässig und pünktlich zu liefern, wie es die Kunden von uns gewohnt sind.

Eine ganz andere Art der Herausforderung ist der harte Konkurrenzkampf – auch beim Preis. Wie gehen Sie damit um?

Preisdrücker gab es schon immer. Das ist eben Wettbewerb. Aber der Preiskampf hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. Einige Konkurrenten fertigen mittlerweile ausschließlich in Osteuropa und überschwemmen den Markt mit Billig-Zollstöcken. Das wird nie unser Geschäftsmodell sein. Bauma ist bekannt für Qualität und Originalität. Und auch dafür, dass das Unternehmen seit 1948 in Deutschland ist. Und hier bleibt es auch.

Trotz des harten Preiswettbewerbs?

Ja. Unser Firmensitz wird immer in Deutschland bleiben. Das ist unser Unternehmenskern, unser Versprechen. Wir als mittelständisches Unternehmen stehen für den Standort Deutschland und verlagern nicht einfach die gesamte Produktion in Billiglohnländer.

Unsere Mitarbeiterfluktuation ist sehr gering. Wir feiern jedes Jahr Jubiläen – zuletzt sogar ein 40- und 50-jähriges. Wir sind stolz auf unser Team. Es ist ein schönes Gefühl, so vielen Menschen Halt und Sicherheit zu geben.

Und wie schafft Bauma das alles?

Wir haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass wir am Produktionsstandort Deutschland erfolgreich sind. Alle Artikel, die Bauma verlassen, ob Eigenproduktion oder Handelsartikel, werden am Standort Laufen bedruckt, veredelt oder umverpackt. Wir können das, weil wir mehr bieten als die anderen und bleiben trotzdem wettbewerbsfähig.

Bauma war die erste Firma der Branche, die den Bilddruck auf Maßstäbe ermöglichte. Und wir sind der Erfinder des Winkelbeschlages. Wir stellen unsere Maßstäbe in Neonfarben her, mit individuellen Mustern wie Flammen oder Blitzen und in jeder gewünschten Stückzahl. Unsere Geschäftspartner wissen, dass sie bei uns immer etwas Besonderes bekommen.

Deshalb haben es die Billig-Konkurrenten auch nicht geschafft, unsere Kunden zu erobern. Sie springen nicht von Lieferant zu Lieferant, um auch noch den letzten Cent herauszuholen. Dafür sind ihnen Qualität, Individualität, Zuverlässigkeit und Preiskonsequenz zu wichtig – genau wie uns!

Warum sind Sie damals 2003 ins Unternehmen eingestiegen? Um es weiterzuentwickeln – oder gar vor der Billigkonkurrenz zu retten?

Da gab es keinen Grund, irgendetwas retten zu müssen! Bauma war schon damals in einer Top-Verfassung. Dank der Leistungen der Gründer-Generationen. Die harte und entbehrungsreiche Vorarbeit meines Vaters und Großvaters ist der Grundstein unseres heutigen Erfolgs. All das ist in einem harmonischen Führungsmodell aus Erfahrung und Ehrgeiz entstanden. Und ich bin stolz darauf, nun in dritter Generation die Familiengeschäfte weiter zu führen.

Was hat Sie davon überzeugt, auch ins Geschäft mit Maßstäben einzusteigen?

Davon musste mich niemand überzeugen. Im Gegenteil. Ich wollte schon immer ein „Maßstabler“ werden. Kein Feuerwehrmann, kein Astronaut und kein Cowboy. Mir ist es wichtig, unser Familienunternehmen fortzuführen. Die bewährten Dinge beizubehalten. Aber auch neue Akzente zu setzen.

Welche zum Beispiel?

Den bunten Zollstock für Fußballfans. Unsere Firma hat schon immer Maßstäbe in allen Farben hergestellt. Da kam mir als Fußballfan spontan die Idee: Warum sollten wir nur Trikots oder Schals in der Farbe unseres Lieblingsvereins haben – und nicht auch Zollstöcke?

Bauer Maßstabfabrik - Hersteller von Zollstöcken und Messwerkzeugen - Stadt Laufen

Wie haben die Fußball-Clubs reagiert?

Die waren anfangs etwas zurückhaltend. Einige hatten sogar Angst, dass die Fans ihre Zollstöcke aufs Spielfeld werfen könnten….

Wir konnten sie aber davon überzeugen, dass die Fans viel zu vernünftig sind, um so etwas Wertiges und Tolles wie einen Maßstab in den Farben ihres Vereins auf den Platz zu schleudern. Und so war es dann auch. Der hunderttausendfache Verkaufserfolg hat uns Recht gegeben.

Wie ertragen es die Club-Bosse von z.B. Bremen oder Dortmund, dass Sie auch Bayern-Zollstöcke verkaufen. Haben Sie deswegen schon mal einen Auftrag verloren?

Im Gegenteil. Die Vereinschefs von heute sind Profis und untereinander sehr gut vernetzt. Wenn die sehen: Bayern München hat ein neues, originelles Präsent im Souvenirshop. Dann wollen sie das für ihre Fans auch haben!

Was ist Ihr aktuelles neues Projekt?

Puh, da gibt es einige. Wir haben zum Beispiel gerade einen Lösemittellack erfunden, der sich bei Kontakt mit Licht desinfiziert. Hierauf ist auch schon ein Patent angemeldet, und die Maßstäbe werden auch bereits verkauft.

Außerdem haben wir unseren ersten eigenen „Pocket Laser“ auf den Markt gebracht. Mit dem lassen sich auch längere Distanzen sehr genau messen. Mit einem kleinen Pocket-Laser bis zu 17 Meter weit, mit einem größeren Gerät sogar bis zu 700 Meter. Und das auf den Millimeter genau.

Machen Sie sich damit nicht selbst Konkurrenz?

Nein. Wir ergänzen lediglich unsere Produktpalette. Diese Pocket Laser sind eine High-Tech-Lösung für sehr spezielle Zwecke. Die können Sie nicht auf jeder Baustelle einsetzen. Und schon gar nicht zu den günstigen Kosten eines Maßstabs.

Und wie sehr schaden Bauma die Mess-Apps, die sich jeder auf sein Handy laden kann?

Gar nicht. Diese Apps sind zwar eine nette Spielerei. Aber keine Konkurrenz für unsere Maßstäbe. Die typische Außen-Baustelle ist kalt, schmutzig, staubig und feucht – und damit nicht für ein teures Smartphone geeignet. Die Handwerker aus Deutschland, Italien, Frankreich oder den Benelux-Staaten wollen ihren Maßstab – ihr Werkzeug – in der Hand halten.

Ganz zu schweigen von den vielen praktischen Nebenfunktionen eines Zollstocks: Damit lässt sich nicht nur eine Bierflasche öffnen, sondern im Notfall sogar ein Nagel einschlagen. Versuchen Sie das mal mit einem Smartphone….

Herr Bauer, jetzt haben Sie geduldig alle Fragen beantwortet. Nur eine noch nicht: Warum heißt Ihre Firma eigentlich „Bauma“ – so wie die weltberühmte Baumaschinen-Messe in München. Dürfen Sie das – oder gab es schon mal Ärger?

Also Ärger nicht. Aber die Bauma-Macher haben natürlich irgendwann einmal bei uns nachgefragt. Wir haben ihnen dann erklärt, wie lange unsere Firma schon unter diesem Namen existiert. Nach dem Motto: Wir waren zuerst da! Wir sind zwar viel kleiner, aber auch auf dem Weg zum Weltmarktführer! Damit war die Sache erledigt. Außerdem haben wir nicht vor, der „Bauma“ mit einer eigenen Messe Konkurrenz zu machen!

Video: Kennen Sie schon die Bauer Massstabfabrik?

Die Bauer Massstabfabrik fertigt hochwertige individuell designte Messwerkzeuge unter dem Motto „Made in Germany“. Zu unserem Produktangebot zählen unter anderem Bilddrucke auf bunt lackierten Maßstäben, Rollbandmasse, Cuttermesser und Wasserwagen.

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